FS2004 konfigurieren 

Die Konfigurationsdatei

Wenn man Flight Simulator zum ersten Mal startet, läuft das Programm so ab, wie Microsoft es sich überlegt hat. Zuerst wird ein Startbildschirm eingeblendet, die Einstellungen für die Grafik sind zurückgenommen, Spezialeffekte werden sparsam eingesetzt, der künstliche Verkehr läuft sehr ruhig. Kurz: Der Simulator fliegt auf der sicheren Seite des Leistungsspektrums. Jeder Benutzer hat jedoch seine eigenen Vorlieben, schaltet in den entsprechenden Menüs Optionen ein oder aus, schiebt die Regler hin und her, fügt neue Tastaturkürzel ein und experimentiert an der Hardwareumgebung.

All diese Änderungen werden in einer speziellen Konfigurationsdatei gespeichert. Im Falle von Flight Simulator 2004 heißt diese Datei FS9.CFG. Hier stehen Zeilen wie die folgende:

[STARTUP]
SHOW_OPENING_SCREEN=1

Die eckigen Klammern markieren den Anfang einer Sektion, die einen oder auch recht viele Einzelparameter enthalten kann. Die Eins nach dem Gleichheitszeichen entscheidet in diesem Beispiel, ob Flight Simulator beim Start den Eröffnungsbildschirm anzeigt, so dass der Anwender Flugzeug, Ort, Wetter sowie Jahres- und Tageszeit vor dem Flug bequem wechseln kann. Wenn nach dem Gleichheitszeichen hingegen eine Null steht, blendet das Programm den  Eröffnungsbildschirm nicht ein, sondern lädt sofort die standardmäßige Flugsituation. Das gilt für viele Parameter in der FS9.CFG: Eine Eins aktiviert die Option, eine Null deaktiviert sie.

Die allermeisten Parameter der FS9.CFG werden von Flight Simulator automatisch gesetzt. Wenn man im entsprechenden Menü die Stimme für den Piloten auswählt, die Dichte des künstlichen Verkehrs einstellt oder die Sichtweite regelt, speichert das Programm zuverlässig die gewünschten Einstellungen.

Dennoch muss man gelegentlich diese Datei per Hand bearbeiten. Dies ist besonders der Fall, wenn ein erfahrener Anwender bestimmte Effekte erzielen, die Hardware herauskitzeln oder technische Probleme beseitigen möchte. Denn einige Variablen akzeptieren auch Werte, die Flight Simulator von sich aus nicht anbietet. Mehrere Parameter können außerdem nicht über die Menüs von Flight Simulator eingestellt werden. Andere schließlich sind gar nicht in der FS9.CFG enthalten und müssen nachträglich manuell hinzugefügt werden.

Dieser Artikel erklärt, wie man die Konfigurationsdatei von FS2004 bearbeitet und welche manuelle Einstellungen hilfreich sein könnten. Dabei sei angemerkt, dass es sich meist um keine offiziellen Informationen von Microsoft handelt. Wir geben keine Gewähr, dass die vorgeschlagenen Tunings für jeden Benutzer und für jedes System geeignet sind. Öfters bringen sie tatsächlich mehr Leistung oder ein besseres Bild. Gleichwohl muss jeder Leser selbst entscheiden und überprüfen, ob die hier vorgestellten Lösungen ihn wirklich zufrieden stellen. Sie wurden sorgfältig überprüft und dürften dem Rechner nicht schaden. Wir nehmen jedoch keine Verantwortung für eventuelle Platinenbrände, Röhrenimplosionen, CPU-Schmelze, Festplattencrash, Haarausfall und Demenzschübe. 

Wo finde ich die FS9.CFG?

Die vorherigen Versionen des Flugsimulators haben ihre Konfigurationsdatei stets im Hauptverzeichnis von Flight Simulator gespeichert. Die Datei FS2002.CFG befand sich also im selben Verzeichnis der Datei FS2002.EXE. Das war praktisch, man hatte Programm- und Konfigurationsdatei zusammen. Mit FS2004 hat sich das gründlich geändert. Viele Anwender finden die FS9.CFG nicht. Selbst eine Suche im Windows Explorer führt oft zu keinem Ergebnis. Die wohl am häufigsten gestellte Frage in allen Flugsimulations-Foren ist daher: "Wo ist die FS9.CFG".

Sie befindet sich in einem speziellen Verzeichnis, in dem Windows die Einstellungen des jeweiligen Benutzers speichert. Dieses Verzeichnis wird vom Betriebsystem standardmäßig ausgeblendet: Es ist zwar auf der Festplatte, im Windows Explorer ist es jedoch nicht zu finden. Microsoft meint, die hier gespeicherten Daten sollten nur durch die Anwendungen und nicht manuell vom Benutzer geändert werden.
Zuerst muss Windows also auch versteckte Dateien und Verzeichnisse anzeigen können. Dies erreicht man mit einer Änderung der Ordneroptionen. 

 Versteckte Dateien in Windows sichtbar machen

Im Windows Explorer klickt man auf den Menübefehl "Extras > Ordneroptionen... > Ansicht". Wenn man auf diesem Fenster ein wenig nach unten scrollt, erreicht man die Option "Alle Dateien und Ordner anzeigen" (Bild 1). Mit einem Mausklick auf dem Radio-Button wird sie aktiviert. Jetzt können wir uns auf die Suche nach der FS9.CFG machen. Ihr Speicherort unterscheidet sich je nach Betriebsystem.

Windows 98SE und Me:

C:\Windows\Anwendungsdaten\Microsoft\FS9\FS9.CFG

 

Windows 2000 und XP:

C:\Dokumente und Einstellungen\[UserName]\Anwendungsdaten\ Microsoft\FS9\FS9.CFG

Unter Win2000 und XP steht an Stelle von [UserName] der Name des beim Betriebsystem angemeldeten Benutzers. Und damit ist auch erklärt, warum Microsoft die FS9.CFG hier versteckt hat: Wenn sich mehrere Personen einen Computer teilen und wenn sich jeder bei Windows mit Benutzername und Passwort anmeldet, dann kann der einzelne Anwender den Flugsimulator so konfigurieren, wie es ihm gefällt. Die Einstellungen der anderen Benutzer bleiben jedoch erhalten. In einer Familie, wo mehrere Generationen am selben Computer daddeln, ist dies eine sehr gute Idee.

Wie bearbeite ich die FS9.CFG?

Die Konfigurationsdatei kann mit jedem beliebigen Texteditor geöffnet und bearbeitet werden, z.B. mit MS Notepad. Wesentlich komfortabler ist allerdings ein spezifischer Editor wie FS9 Configurator von Ken Salter. Diese Freeware spart auch die mühsame Suche nach der FS9.CFG, denn sie findet die gewünschte Datei auf Anhieb, selbst wenn Windows die Systemdateien ausblendet.

FS9 Configurator

Dieser Editor listet in einem Explorer-ähnlichen Fenster alle Sektionen in einem übersichtlichen Stammbaum in der linken Spalte und die Einträge der jeweiligen Sektion in der rechten. Änderungen werden über ein Kontextmenü oder über den Menübefehl "Edit" vorgenommen. FS9 Configurator öffnet und bearbeitet übrigens auch andere CFG-Dateien von Flight Simulator, zum Beispiel DEVICE.CFG, SCENERY.CFG, TERRAIN.CFG usw. 

FlusiFix

Zu erwähnen ist schließlich der beliebte Flusi-Fix von Wolfgang Picheta. Hiermit hat der Anwender noch weniger zu tun. Diese kleine Freeware kümmert sich nämlich darum, viele Einstellungen automatisch vorzunehmen. Mit einem Mausklick auf die passende Schaltfläche wird die FS9.CFG ruckzuck modifiziert oder in den ursprünglichen Zustand zurückgebracht. Einige der hier vorgestellten Tweaks kennt Flusi-Fix jedoch (noch) nicht und müssen daher per Hand eingetragen werden. Und nun an die Arbeit.  

Alte Liebe wieder flott

Einige Add-ons für Flight Simulator setzen spezielle Module voraus, die zwischen Hauptprogramm und Add-on vermitteln. Diese DLL-Dateien werden im Verzeichnis ..\FS2004\MODULES installiert und bei jedem Start des Simulators automatisch geladen. FS Navigator, Squawkbox und viele komplexe Panels z.B. benötigen  solche Module. Die meisten wurden aber für FS2002 entwickelt. In FS2004 funktionieren sie zwar, dennoch blendet das Programm bei jedem Start Warnmeldungen, die akzeptiert werden müssen. Um dies zu vermeiden, kann man eine neue Sektion mit Namen [OldModules] in der FS9.CFG erzeugen und den Dateinamen der benutzten Module hier anmelden. Ein Beispiel:

[OldModules]
HostSB.dll=1
FSNav.dll=1
FSSound.dll=1

FS2004 präsentiert eine Warnmeldung auch, wenn man Flugzeuge verwendet, die für ältere Versionen von Flight Simulator designt wurden. In diesem Fall nimmt er an den Animationen von Fahrwerk, Propeller und anderen Bauteilen Anstoß und fragt nach, ob man diese Komponenten deaktivieren will. Bejaht man dies, kreiert FS2004 automatisch die Sektion [FrameCallNoWarn] in der FS9.CFG und trägt das Flugzeug mit einer 0 dahinter ein. Das Ergebnis: Die Steuerorgane werden zwar meist korrekt bewegt, Fahrwerk und Propeller sind jedoch nicht zu sehen. So erscheinen ältere Modelle im neuen Flugsimulator wie Luftkissenfahrzeuge: Sie schweben über dem Boden.

Wenn man diese Bauteile dennoch sehen möchte, muss man im Warndialog von FS2004 auf Nein klicken. Oder aber ändert man per Hand die FS9.CFG:

[FrameCallNoWarn]
ASH25 V4=0
bo207=1

Die 1 hinter dem Namen des Flugzeugs (genauer gesagt: hinter dem Name der Modelldatei .MDL) bewirkt, dass die problematischen Bauteile gezeigt werden. Allerdings bleiben sie starr und unbeweglich. Dann muss der Anwender entscheiden, was ihm lieber ist: ein eingefahrenes Fahrwerk oder ein starrer Propeller? In unserem Beispiel hat die Bo 207 keinen sichtbaren Propeller, die ASH 25 hingegen ein sichtbares Fahrwerk, das aber nicht eingezogen werden kann.

Eine Frage der Ansicht

In der FS9.CFG speichert FS2004 auch Informationen über die verwendete Grafikkarte. Die zutreffenden Daten entnimmt er aus der DEVICE.CFG, einer Art Datenbank von gängigen Grafikkarten. Wenn im Computer eine ATI Radeon 9800 steckt, findet man in der Konfigurationsdatei eine Sektion [DISPLAY.Device.128 DDR ATI Radeon 9800.0] . Sie enthält Angaben über die benutzte Auflösung und Farbtiefe der Grafikkarte und ob MipMaps, AntiAliasing und Filter aktiviert sind. Meist gibt es keinen Grund, in dieser Sektion Hand anzulegen, denn diese Einstellungen werden bequem über die Menüs von Flight Simulator vorgenommen.
Wenn man im 2D-Cockpit unerklärliche Leistungseinbrüche der Grafikkarte erlebt, könnte es jedoch nützlich sein, die AGP-Beschleunigung mit dem Key: TextureAGP=0 zu deaktivieren. Auf einigen Systemen könnte sich dadurch die Bildwiederholungsrate erhöhen. Dann sähe die Sektion so aus:

[DISPLAY.Device.128 DDR ATI Radeon 9800.0]
Mode=1024x768x32
MipBias=8
AntiAlias=1
TriLinear=1
TextureAGP=0
PanelAsTexture=1

Sicherlich wäre es auch möglich, die AGP-Beschleunigung von DirectX im Betriebsystem komplett auszuschalten. Wenn sie jedoch nur unter FS2004 Schwierigkeiten verursacht, dann hat es keinen Sinn, sie auch anderen Anwendungen zu entziehen.

Speziell für problematische 2D-Panels könnte außerdem der Eintrag: PanelAsTexture=0 hilfreich sein. Nebenwirkungen wie falschfarbige oder ganz leere Instrumentenbretter sind jedoch nicht ausgeschlossen, insbesondere wenn AntiAliasing in FS9 aktiviert ist. Daher die Empfehlung: Nicht anwenden, wenn nicht unbedingt nötig.

Wer hingegen eine besonders leistungsfähige Grafikkarte besitzt, könnte versuchen, ihren Arbeitsspeicher schneller mit Textur-Dateien zu füllen. Dafür ist der Multiplikator der Texturbandbreite in der Sektion [DISPLAY] zuständig. Normalerweise steht er auf 40, darf aber erhöht werden.

[DISPLAY]
TEXTURE_BANDWIDTH_MULT=200

Damit könnte man verhindern, dass die Texturen verzögert wechseln, wenn man die Blickrichtung wechselt. Ob und wie gut es mit bestimmter Hardware klappt, zeigt nur die Erfahrung.

Der Blick aus dem Cockpit

In der FS9.CFG gibt es aber noch andere Einträge, die den Arbeitsplatz des virtuellen Piloten verschönern. Eine Möglichkeit besteht darin, die Meldung "Parkbremse gesetzt" zu unterbinden, die in der unteren linken Ecke des Monitors erscheint und gelegentlich wichtige Instrumente oder Anzeigen verdeckt. Es reicht, der Sektion [SIM] eine neue Zeile hinzuzufügen:

[SIM]
SHOW_BRAKE_MESSAGE=0

Allerdings sollte man dies bedenken: Viele Flugzeuge haben keinen Hebel, Knopf oder Warnlicht auf dem Armaturenbrett, der anzeigt, ob die Parkbremse gesetzt ist oder nicht. Der Pilot kann daher den Zustand der Bremse nicht überprüfen. So läuft man Gefahr, mit gezogener Handbremse loszurollen oder - noch schlimmer - aufzusetzen. Die Konsequenzen müssten jedem klar sein.

Im 2D-Cockpit sind die Blickrichtungen fest vorgegeben. Man kann nicht wie im 3D-Cockpit den Blick stufenlos schweifen lassen. Mit dem passenden Eintrag in der Sektion [CONTROLS] klappt dies aber dennoch:

[CONTROLS]
PAN_IN_COCKPIT_MODE=1

So wechselt man die Blickrichtung wie in älteren Versionen des Simulators: Man schwenkt sie mit dem Coolie-Hat des Joysticks, ohne das 2D-Panel aus den Augen zu verlieren. Dies ist natürlich reine Geschmackssache, probieren kostet aber nichts.

Wenn das Schwenken der Blickrichtung im Cockpit einem zu langsam vorkommt, ist es Zeit, die Paning-Geschwindigkeit zu beschleunigen. Dafür ist ebenfalls ein Key in der Sektion [CONTROLS]  zuständig: Die Pan Rate steht normalerweise auf 400, darf aber erhöht werden:

[CONTROLS]
PAN_RATE=900

Dieser Parameter beeinflusst nicht nur die Paning-Geschwindigkeit in den Cockpit-Sichten, sondern auch in der Außenansicht.  Welcher Wert richtig ist, muss jeder für sich entscheiden.

Folgender Tipp müsste diejenigen interessieren, die das Virtuelle Cockpit nicht mögen und im 2D-Cockpit lieber ordentliche Bitmaps für die Ansichten zur Seite sehen möchten. So wie in FS2000 also. In FS2004 kann es aber vorkommen, dass hinter der Bitmap noch Elemente des virtuellen Cockpits in das Blickfeld hineinragen. Um sie zu kaschieren ist ein kleiner Eingriff in der FS9.CFG nötig:

[GRAPHICS]
SEE_SELF=0

Damit wird das Virtuelle Cockpit zwar nicht entfernt. Im 2D-Cockpit ist es aber zumindest nicht sichtbar.Dummerweise gilt diese Einstellung für alle Flugzeuge, auch für die, die keine Bitmaps für die Seitenansichten im 2D-Cockpit haben.

Alles was das Auge braucht

Mit ein paar gut gesetzten Parametern lässt sich nicht nur das Cockpit, sondern auch die Szenerie je nach Bedarf hübscher oder leistungsfähiger machen.

FS2004 speichert die Einstellungen für die Verwendung von digitalen Bodenerhebungspunkten – besser bekannt unter dem Stichwort Mesh-Szenerie – in der Sektion [TERRAIN] der FS9.CFG. Die meisten dafür zuständigen Einträge werden über die Menüs von Flight Simulator eingestellt. Einige benötigen aber manchmal Handarbeit. Dies ist besonders nötig, wenn man fein detaillierte Mesh-Szenerien von Drittanbietern verwendet. Anders als FS2002 akzeptiert FS2004 nämlich sehr hohe Auflösungen der Digital Elevation Matrix (DEM) nicht ohne Weiteres. Damit solche Meshes in FS2004 korrekt dargestellt werden, ist es notwendig, das Terrain Max Vertex Level von dem Standardwert 19 auf 21 zu erhöhen.

[TERRAIN]
TERRAIN_MAX_VERTEX_LEVEL=21

Normalerweise erklären die Autoren der Mesh-Szenerie in der Dokumentation, welche Einstellungen die besten Ergebnisse liefern. Manches Add-on justiert während der Installation diesen Wert selbständig. Aber Vorsicht: Andere Szenerien verlangen manchmal den Standardwert 19. Mancher Anwender hat außerdem berichtet, dass hohe Vertex-Levels unscharfe Texturen am Horizont verursachen sollen.

In derselben Sektion legt FS2004 auch die Qualität der Texturen fest, die auf die Mesh-Szenerie gelegt werden. Die Darstellungsqualität wird in konzentrischen Kreisen rund um das Flugzeug herabgestuft. In der Nähe des Flugzeugs sind Bildschärfe und Detailreichtum am größten. In der Ferne verschlechtert sich die Qualität – je nach Einstellungen und Leistungsfähigkeit des Computers – deutlich. Die Landschaft schmiert. Einige Keys in der Sektion [TERRAIN] kontrollieren aber die Dimensionen und die Qualität dieser Kreise und erlauben einige Anpassungen. Bewährt haben sich folgende Werte: 

[TERRAIN]
TERRAIN_DEFAULT_RADIUS=9.500000
TERRAIN_EXTENDED_RADIUS=4.50000

Damit erscheint die Landschaft fast bis zum Horizont gestochen scharf.

Der folgende Tipp verschönert die Szenerie nicht, hilft aber, die Bildwiederholungsrate auf schwachen Systemen zu verbessern. Der Eintrag TERRAIN_USE_VECTOR_OBJECTS in der Sektion [GRAPHICS] bestimmt, ob Brücken, Schilder und ähnliche Autogen-Objekte entlang von Strassen, Bahnlinien und Flüssen angezeigt werden oder nicht. Normalerweise wird dieser Parameter durch den Schieberegler für die Darstellungsqualität der Szenerie im Optionen-Menü von Flight Simulator gesetzt. Ab der Stufe "Mittel" werden diese Objekte aktiviert. Möchte man eine bessere Allgemeindarstellung  jedoch ohne  Vector Objects; oder diese Objekte auch bei sparsamen Szenerieeinstellungen doch sehen, hilft nur Handarbeit in der FS9.CFG.

[GRAPHICS]
TERRAIN_USE_VECTOR_OBJECTS=0

Eine 0 entfernt sie von der Szenerie. Die Änderung betrifft nicht das normale Autogen oder Einzelobjekte der Szenerie. Die Tower Bridge in London wird also nicht verschwinden.

Verschwinden soll aber den blauen Himmelstreifen am Horizont. Insbesondere bei starker Bewölkung wirkt er ziemlich deplaziert. Eine Reduzierung der Sichtweite im Wettermenü blendet ihn zwar aus. Wenn man aber reales Wetter herunterlädt, ist der Streifen oft wieder da. Dagegen hilft eine generelle, vom Wetter ganz unabhängige Einschränkung der Sichtweite. Diese wird zwar im Anzeige-Menü von FS2004 eingestellt. Das Menü erlaubt dabei nur eine Mindestsichtweite von 60 Meilen (52 nm, 96 Km), was noch zu viel ist. Der entsprechende Key in der FS9.CFG akzeptiert zum Glück auch kleinere Werte. Die maximale Sichtweite wird hier ganz schlicht in Meter angegeben. Wir erinnern uns: Flight Simulator arbeitet intern metrisch.

[WEATHER]
MAX_ UNLIMITED_VIS=33000

In diesem Beispiel ist der Parameter auf 33.000 Meter bzw. 33 Kilometer begrenzt. Eine hässliche Nebenerscheinung tritt allerdings auf, wenn die Bewölkung sehr niedrig ist und die Cloud Draw Distance auf Maximum steht. Manchmal hat man dann den Eindruck, dass die entfernsten Wolken scheibenweise vom Dunst am Horizont aufgeschnitten werden. Daher muss man diesen Parameter ebenfalls reduzieren. Folgendes scheint passable Ergebnisse bei Flügen in niedrigeren Höhen zu liefern:

[WEATHER]
MAX_ UNLIMITED_VIS=33000
CLOUD_DRAW_DISTANCE=3

Wenn man aber in FL450 unterwegs ist, stört es sehr, dass man stets einen relativ kleinen Wolkenkreis um das Flugzeug hat. Für Hochflieger passen die vorgeschlagenen Einstellungen nicht sonderlich gut. Auch in diesem Fall muss jeder Anwender ein wenig herumprobieren, bis die gewünschten Effekte erzielt sind.
Übrigens: Die maximale Entfernung der Wolken kann ebenfalls über das Anzeige-Menü von FS2004 eingestellt wird. Bedauerlicherweise setzt indessen Flight Simulator die maximale Sichtweite automatisch auf den Standardwert 96560 (das entspricht 60 Meilen) zurück, sobald das Menü geschlossen wird. Der blaue Streifen ist dann wieder da. Wenn man also diese Parameter bearbeitet, sollte man dies nur per Hand tun und das entsprechende Menü von FS2004 nicht verwenden.
Die reduzierte Sichtweite sieht nicht nur besser aus, sie erhöht auch die Computerleistung, da alles, was jenseits liegt, automatisch ausgeblendet wird. Der Simulator hat weniger zu berechnen.

Rein kosmetisch wirken einige Parameter in der Sektion [DISPLAY]. Standardmäßig sind sie nicht vorhanden und müssen per Hand hinzugefügt werden. Sie steuern die Intensität der Bahnbefeuerung.

[DISPLAY]
RUNWAY_LIGHTS_SURFACE_SCALAR=1.0
RUNWAY_LIGHTS_VASI_SCALAR=1.0
RUNWAY_LIGHTS_APPROACH_SCALAR=1.0
RUNWAY_LIGHTS_STROBE_SCALAR=1.0

Der Wert nach dem Gleichheitszeichen stuft die prozentuale Lichtstärke. 1.0 entspricht 100%, 0.5 entspricht 50% .

ShowTriggers ist eigentlich etwas für Szenerie-Designer: Wenn man diese Zeile eintippt, lässt der Flugsimulator die so genannten Triggers als halbdurchsichtige, grüne Würfel erscheinen. Damit sind die Thermiken und die Tankstellen von FS2004 gemeint.

[SCENERY]
ShowTriggers=1

Dadurch sieht der Designer, ob Thermiken und Tankstellen richtig positioniert und dimensioniert sind.

Es ist klar, dass alle diese Einstellungen für Grafikkarte, Cockpits und Szenerie einen starken Einfluss auf die Bildwiederholungsrate haben. Daher sollte der Anwender stets die FPS-Anzeige im Auge behalten. Sie wird bekanntlich mit der doppelten Tastenkombination [UMSCHALTEN][Z] eingeschaltet. Damit wird immer die aktuelle Frame Rate angezeigt. Wer es mag, kann auch eine präzisere Angabe der Frame Per Seconds (FPS) benutzen:

[ MAIN ]
Ave_Frame_Rate_Display=1

Damit erscheinen auf dem Bildschirm auch die niedrigste, die mittlere und die höchste Frame Rate innerhalb der letzten Minuten. 

Geordneter Verkehr

FS2004 bietet mehrere Optionen für die kleinen Schriftzüge, die die Flugzeuge der künstlichen Intelligenz sichtbar und identifizierbar machen. In FS2002 war nur möglich, das Label mit der Flugzeugkennung ein oder auszuschalten. Der neue Flight Simulator erlaubt hingegen die Anzeige von mehreren Daten wie Flugzeugtyp, Muster, Höhe, Entfernung, Geschwindigkeit usw. Das Menü "Optionen > Verkehr" bietet jedoch nicht alle Einstellmöglichkeiten, die in der FS9.CFG gespeichert sind. Insbesondere Spotter und die Hersteller von Traffic-Flugplänen werden sich über die Anzeige von weiteren Daten freuen: auch der Name der  Fluggesellschaft, die Flugnummer und den verkürzten Flugplan sind – wenn per Hand in der Sektion [AContain] aktiviert – auf dem Bildschirm sichtbar:

[AContain]
ShowLabelAirline=1
ShowLabelAirlineAndFlightNumber=1
ShowLabelFlightPlan=1

Mit diesen Einstellungen erscheinen dann – zusammen mit den anderen Labels – Daten wie die folgende: "WorldTravel", "1123", "EDDT > LIRF (IFR)".

So bequem die Labels für den Traffic auch sind: In der realen Welt fällt es sehr schwer, Flugzeuge mit solcher Genauigkeit zu identifizieren. Kleinflugzeuge sind ab einer Entfernung von 5 nm (9,26 Km) praktisch unsichtbar. Selbst große Brummer werden in 10 nm (18,52 Km) Entfernung nur als ein unförmiger Fleck ausgemacht. Leider kann man die Sichtweite der Labels nicht ändern; sie werden automatisch angezeigt, wenn das Flugzeug weniger als 10 nm vom Betrachter entfernt ist. Sie ganz auszuschalten wäre jedoch zu radikal. Als Zwischenlösung kann man in der FS9.CFG die Sichtbarkeit der Labels mit der passenden Farbe etwas reduzieren.

[AContain]
LabelColor=FF008787

Freilich, die Farbe des Labels darf auch im Optionen-Menü von FS2004 bestimmt werden. Das Programm stellt aber nur wenige, meist kräftig leuchtende Farben zu Verfügung. Nach der Pallettenangabe "FF" kann jedoch in der FS9.CFG jede beliebige Kolorierung mit ihrem hexadezimalen Code angegeben werden. Es erfordert ein bisschen Experimentierfreudigkeit, bis man einen angenehmen, nicht zu grellen und dennoch gut lesbaren Ton findet. Die Farbe 008787 ist ein mittleres, verwaschenes Blau-Grün. Probieren Sie es mal aus.

Was gibt es noch?

Damit hätten wir die wohl wichtigsten Einträge der FS9.CFG behandelt. Sie sind sicherlich nicht alle, denn die Konfigurationsdatei enthält noch viele Parameter, die hier aus Platzgründen nicht erwähnt werden konnten. Insbesondere die Sektionen für Joystick und Tastatur hätten eine eingehende Betrachtung verdient. Vorläufig müssen wir dieses interessante Thema auf später verschieben.

Eines muss noch besonders betont werden: FS2004 hat die Angewohnheit, die per Hand gesetzte Werte der FS9.CFG mit Standardwerten zu überschreiben, wenn man das entsprechende Menü auch nur öffnet. Es kann daher sehr leicht passieren, dass unbemerkt die maximale Sichtweite wieder auf 60 Meilen oder das Vertex-Level auf 19 gesetzt werden. Daher sollte man bestimmte Menüs von FS2004 nicht mehr benutzen, oder hin und wieder die FS9.CFG öffnen und überprüfen, ob alle Werte wirklich so wie gewünscht sind. 

Mit mehreren CFG jonglieren

Individuell bearbeitete Konfigurationsdateien müssen nicht unbedingt unter dem Dateiname FS9.CFG abgespeichert werden. Sie dürfen beliebige Namen tragen und auch an beliebigen Orten gespeichert werden. Einzige Voraussetzung ist, dass man dem Hauptprogramm mitteilt, wo die gewünschte CFG zu finden ist. Ein Beispiel: Wir haben unterschiedliche CFG für unterschiedliche Zwecke eingerichtet. Der Übersichtlichkeit wegen wurden alle in einem eigenen Unterverzeichnis von Flight Simulator (in unserem Fall D:\FS2004\FSCFG) gespeichert. Darunter gibt es eine Konfiguration, die für den Segelflug optimiert wurde, die GLIDER.CFG: Der Schubhebel des Joysticks steuert nicht - wie sonst üblich - das Triebwerk, sondern die Spoiler. Damit FS2004 beim Start diese Einstellungen automatisch lädt, wurde eine Verknüpfung auf den Desktop eingerichtet. Das Erstellen einer solchen Verknüpfung ist leicht:

1. Im Hauptverzeichnis von FS2004 wird die Datei FS9.EXE gesucht. Wenn man mit der rechten Maustaste darauf klickt, öffnet sich das Kontextmenü. Hier wählt man "Senden an... > Desktop".

2. Auf dem Desktop erscheint die Verknüpfung. Ein rechter Mausklick öffnet auch hier das Kontextmenü und man wählt den Befehl "Eigenschaften".

3. Auf der Karteikarte "Verknüpfung" ist das Ziel der Verknüpfung eingetragen. Es lautet  D:\FS2004\FS9.EXE. Diese Zeile wird mit dem Namen und Speicherort der gewünschten CFG so vervollständigt: D:\FS2004\FS9.EXE /CFG:D:\FS2004\FSCFG\GLIDER.CFG
Bitte auf das Leezeichen und den Schrägstrich nach rechts hinter FS9.EXE achten.

4. Ein Klick auf "OK" speichert die Änderungen ab.

Wenn man auf diese Verknüpfung doppelt klickt, verwendet Flight Simulator die angegebene Konfigurationsdatei.

Die Benutzer von FS9 Configurator haben es allerdings bequemer. Denn das Tool von Ken Salter ruft, wenn gewünscht, den Flugsimulator mit der gerade geöffneten CFG-Datei auf. Man braucht, sie nur in FS9 Configurator zu laden und den Befehl "File > Launch FS9 with current CFG" auszuwählen. So kann jeder den Flusi nach Lust und Laune  konfigurieren.

 

 

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